Produkte - Anleitungen zur Femcon-Therapie

Femcon

Stress-Harninkontinenz

Unter der Stress-Harninkontinenz ist der unwillkürliche Harnverlust bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen, Laufen, Treppensteigen, Lachen usw. zu verstehen. Die Stress-Harninkontinenz ist ein Leiden, das fast ausschließlich bei Frauen auftritt, die ein oder mehrere Kinder geboren haben.

Ursache dieses Leidens

Neue Untersuchungen zeigen, dass es durch die Geburt zur partiellen Schädigung der Nerven kommt, welche die Beckenbodenmuskulatur versorgen. Diese Schädigung führt häufig im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, die dann nicht mehr in der Lage ist, die Harnröhre gegenüber der Blase verschlossen zu halten.

Harnverlust ohne Harndranggefühl ist die Folge. Was kann man dagegen tun?

Vorbeugende Maßnahmen

  • Kontinuierliche Beckenbodengymnastik im Wochenbett unter fachlicher Anleitung
  • Nach Abklingen des Wochenflusses gezieltes Training mit Femcon® zur Kräftigung und Rückbildung der überdehnten Beckenbodenmuskulatur. Bereits zweimal täglich 10 Minuten sind schon ausreichend.

Maßnahmen bei bestehender Stress-Harninkontinenz

In 60 bis 70% der Fälle kann mit Femcon® der unwillkürliche Harnverlust nach wenigen Wochen Behandlung (2 x täglich 10 Minuten) beseitigt werden, so dass in vielen Fällen vorwiegend bei Frauen in den Wechseljahren die Operation vermieden werden kann.

Maßnahmen nach der Operation

Nach der Operation kann durch die Weiterbehandlung mit Femcon® das Operationsergebnis für längere Zeit gesichert und z.T. noch verbessert werden, weil die Beckenbodenmuskulatur gekräftigt wird.

Femcon® besteht aus fünf tamponförmigen Vaginalkonen von gleicher Größe- aber unterschiedlichem Gewicht.

Mit ihnen wird die noch vorhandene Kraft der Beckenbodenmuskulatur getestet und dann gezielt trainiert.

Gynäkologen und Urologen, die sich mit der Femcon®-Methode beschäftigt haben, halten sie für einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung der Beckenbodenmuskelschwäche.

Gebrauchsanweisung

Die Therapie mit Femcon® ist angezeigt bei Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. Die Beckenbodenmuskulatur hat eine wichtige Funktion im weiblichen Organismus. Sie hält die Beckenorgane in der richtigen Funktionsstellung. Durch Schwangerschaft, Gebären und andere körperliche Belastungen kann es zur Überdehnung der Beckenmuskulatur und in der Folge zur Fehllage der Beckenorgane kommen. Durch gezieltes Üben mit Femcon® wird die Beckenbodenmuskulatur wieder gekräftigt, wodurch Funktionsstörungen der Blase und anderer Beckenorgane korrigiert oder verhindert werden können.

Das Üben mit Femcon® ist einfach und führt bei konsequenter Anwendung schon nach wenigen Wochen zum Erfolg. Femcon® sind ein Set aus fünf tamponförmigen Konen mit unterschiedlichem Gewicht. Sie sind fortlaufend nummeriert. Die Nummerierung gibt Auskunft über das Gewicht des Konus (Nr. 1/20g, Nr. 2/32,5g, Nr. 3/45g, Nr. 4/57,5g, Nr. 5/70g).

Mit Femcon® wird:

  1. Der Funktionszustand der Beckenbodenmuskulatur getestet.
  2. Die Beckenbodenmuskulatur durch gezielte Übungen gekräftigt.

Erworbene echte Harn- und Stuhlinkontinenz wird bei sorgfältigem und kontinuierlichem Training beseitigt oder zumindest wesentlich gebessert, so dass in den meisten Fällen die Korrekturoperation vermieden werden kann.

Übungen mit Femcon® sind angezeigt:

  • zur Korrektur der Harn- und Stuhlinkontinenz bei Frauen
  • nach Entbindungen
  • zur Verhinderung der Senkung der Gebärmutter (Descensus uteri) und anderer Beckenorgane
  • nach Operationen im kleinen Becken

Wirkprinzip:

Wird der Konus in die Scheide (Vagina) eingeführt, neigt der dazu, wieder herauszugleiten. Dieses Gefühl des "Verlierens" löst eine nervale Reaktion aus, welche die Beckenbodenmuskulatur zur Kontraktion um den Konus veranlasst, durch willentliche Anspannung der noch vorhandenen Beckenbodenmuskulatur wird das Herausgleiten des Konus aus der Vagina verhindert (Biofeedback-Phänomen) und so gezielt Muskulatur wieder aufgebaut.

Vorgehensweise:

Der Konus mit dem geringsten Gewicht (im Femcon®-Set der Konus mit der Nr. 1) wird tief in die Scheide eingeführt und sollte mindestens 1 (eine) Minute ohne Anstrengung gehalten werden können. Gelingt diese Prozedur, wird sie mit dem nächst schwereren Konus Nr. 2 wiederholt usw.

Der Konus, der gerade noch gehalten werden kann, gibt Aufschluss über Funktionszustand und Kraft der Beckenbodenmuskulatur. Die Übungen werden mit dem vorhergehenden Konus, der ohne Anstrengung eine Minute gehalten werden konnte, begonnen. Im Stehen oder Herumgehen sollte mehrmals täglich trainiert werden, den Konus auch unter Belastung wie Husten, Niesen, Lachen und kleinen gymnastischen Übungen für 10 bis 15 Minuten zu halten. In den ersten Tagen wird das Trainingsziel noch nicht erreicht werden. Der Konus muss deshalb immer wieder neu platziert werden. Gelingt es, den Konus reproduzierbar 15 Minuten zu halten, wird mit dem nächst schwereren Konus die Übung in der gleichen Weise fortgesetzt.

Beurteilung:

Werden die Übungen kontinuierlich und sorgfältig durchgeführt, hat dies schon nach wenigen Wochen eine deutliche Minderung der Inkontinenz zur Folge, was durch mehrere klinische Studien belegt ist.

Auch nach der Entbindung ist das Training der Beckenbodenmuskulatur mit Femcon® zur Verhütung einer später auftretenden Beckenbodeninsuffizienz angezeigt und sinnvoll.

Mit Hilfe der Femcon® haben Patienten nach wenigen Trainingswochen gelernt, ihre Beckenbodenmuskulatur auch ohne den Gebrauch von Femcon® zu trainieren. Mit Femcon® wird dann lediglich hin und wieder der Funktionszustand der Beckenbodenmuskulatur überprüft. Mit dieser Therapiemethode ist es nunmehr möglich, bei zunehmender Bindegebewebsschwäche eine rechtzeitige Anwendung bei Wiederauftreten des Leidens durchzuführen, so dass bis ans Lebensende eine wirksame Therapie möglich ist.

Besondere Hinweise:

Während der Menstruation und bei Entzündungen der Vagina wird die Therapie ausgesetzt.

Am Beginn der Übungen kann es zu Schmerzempfindungen in der Becken- und Darmregion kommen. Dies ist ein Hinweis, dass die Therapie richtig durchgeführt wird und die bisher untrainierten Muskeln gekräftigt werden ("Muskelkater").

Die in Gebrauch befindlichen Konen sollten regelmäßig gereinigt werden. Zur Desinfektion können handelsübliche Desinfektionsmittel verwendet werden. Vor der Wiederverwendung sollten evtl. am Konus befindliche Desinfektionsmittelreste mit Wasser abgespült werden. Gassterilisation ist möglich; Dampf- oder Trockensterilisation ist nicht möglich (Verformung der Konen).

Verordnungshinweise

Femcon® kann verordnet werden. Indikation: Stressinkontinenz o. Descensus uteri I/II°.
Femcon® ist als Hilfsmittel zugelassen. Positions-Nr. 15.25.19.0001. Der Etat des Arztes wird nicht belastet.
Die Femcon®-Methode wird weltweit als Fortschritt in der Therapie der Beckenbodeninsuffizienz und als echte, kostengünstige Alternative zur Operation anerkannt.

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